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Akteure

Aus CodexMercatori

Akteure

Der Codex unterscheidet zwischen IT- und OT-Rollen. IT-Rollen werden durch Akteure dargestellt. Diese sind Fraktionen, Gruppierungen und Spieler-Charaktere (SCs). Sie repräsentieren die entscheidungstragenden Personen und Institutionen im Spiel. Die Struktur von Akteuren ist hierarchisch aufgebaut. Ein SC ist immer Teil einer Gruppierung, eine Gruppierung ist immer Teil einer Fraktion. Wo möglich, sollte die Hierarchie auch die erzählerischen Verhältnisse im Präsenzspiel widerspiegeln.

Wo es die Regeln erfordern, werden Akteure noch genauer unterschieden. Zum Beispiel repräsentieren Landfraktionen jene Fraktionen, die Land in Besitz nehmen um dort zu siedeln. Regeln für Siedlungsbau z.B. beziehen sich direkt auf diese Fraktionen und deren Gruppierungen (Landgruppierungen). Banken dagegen sind eine Unterart von Gruppierungen, die sich auf Geldgeschäfte spezialisieren. Die Regeln für Konten im Geld-Modul beziehen sich speziell auf diese Akteure.

SCs können Teil von mehreren Gruppierungen und auf diese Weise auch von mehreren Fraktionen sein. Damit können sie an unterschiedlichen Spielangeboten teilnehmen. Zum Beispiel kann ein SC als Teil einer Landgruppierung seinen Part in einer Siedlung bespielen und gleichzeitig als Teil einer Bank Konten verwalten. Er kann aber auch einer Gruppierung beitreten, die Teil einer Handelsorganisation ist und damit in den Großhandel einsteigen. Es gibt ein paar wichtige Einschränkungen. Diese werden an den relevanten Stellen im Codex beschrieben.

Fraktionen werden innerhalb des Codex anhand eines Fraktionskürzels identifiert, z.B. GRL für Grünlande. Gruppierungen und SCs besitzen zusätzlich eine alphanumerische Händlernummer, die an dieses Kürzel angefügt wird, z.B. GRL-KS1 für den SC Karl Schmidt in Grünlande.

OT-Rollen

OT-Rollen betreffen die Interaktion mit dem System (egal ob digital oder nicht). Sie werden durch die Personen gefüllt, die hinter den entscheidungstragenden Akteuren stehen. Ziel ist eine klare Trennung von IT- und OT-Zuständigkeiten und eine eindeutige Festlegung von Entscheidungsbefugnissen. Folgende OT-Rollen existieren im Codex:

  • User: Eine Person, die mit dem System interagiert und innerhalb ihrer Rolle IT-Entscheidungen für einen Akteur trifft. Ein User kann mehrere Akteure steuern. Gleichzeitig kann ein Akteur, z.B. eine Fraktion, von mehreren Usern gesteuert werden. Diese sind in diesem Fall innerhalb des Systems gleichberechtigt.
  • Spielleitung: Ein User, der eine Fraktion verwaltet und OT-Entscheidungen trifft, z.B. über die Zuordnung von SCs zu Gruppierungen oder über Plot-bedingte Änderung der Spielbedingungen innerhalb der Fraktion.
  • Admin: Eine Person, die Spielleitungen ernennt und über Faktionsgrenzen hinweg Änderungen an der Spielwelt vornehmen kann, um z.B. Fehler zu korrigieren oder um globale, von allen Spielleitungen getragene Entscheidungen umzusetzen.

Dieses Regelwerk bezieht sich fast ausschließlich auf Akteure und deren Interaktionen mit der Spielwelt. Wenn davon gesprochen wird, dass ein Akteur Entscheidungen trifft oder Aktionen durchführt, so ist damit indirekt auch immer der User gemeint, der ihn steuert.

Domänen

Die Domäne repräsentiert den Einflussbereich eines Akteurs. Sie beinhaltet Siedlungen und deren Bevölkerung, Gebäude, Waren und vieles mehr. Innerhalb ihrer Grenzen kann der Akteur Entscheidungen treffen und die Spielwelt durch Aktionen beeinflussen. Die Domäne ist grundsätzlich ein immaterielles Konstrukt, d.h. sie hat keine im Codex repräsentierten physischen Grenzen und hat auch keine festgelegte Position auf der Weltkarte. Wenn innerhalb einer Domäne Gebäude errichtet oder Waren bewegt werden, so haben diese keine feste, im Codex dargestellte Position. Diese existiert nur erzählerisch.

Die meisten Module können auf Grundlage der Domänen bespielt werden. Fortgeschrittene Module, die eine physische Repräsentation benötigen, arbeiten auf Grundlage von physischen Domänen, welche wiederum eine Erweiterung der hier definierten Domänen sind. In physischen Domänen haben alle Elemente im Spiel eine im Codex festgehaltene Position und unterliegen entsprechenden Einschränkungen.

Die Domänen von Fraktionen, Gruppierungen und SCs zeigen deren hierarchisch geordnete Zugehörigkeiten an. SCs sind immer der Domäne einer oder mehrerer Gruppierungen zugeordnet. Gruppierungen sind ebenfalls immer einer oder mehreren Fraktionen zugeordnet. Während in der Hierarchie höhergestellte Akteure normalerweiße die IT-Entscheidungsgewalt über untergeordnete Akteure innehaben, wird die Verwaltung der Domänen von unten nach oben strukturiert. Das heißt, Akteure haben nur direkte Entscheidungsgewalt über die Elemente ihrer Domäne, die nicht bereits von ihnen untergeordneten Akteuren verwaltet werden.

Akteure können Elemente ihrer Domänen, wie z.B. Waren und Lagerhäuser, Transportmittel oder Arbeitskräfte, auch anderen Akteuren zur Verfügung stellen. Entsprechende Vereinbarunen müssen der Spielleitung mitgeteilt und im System dokumentiert werden.

Der Codex ist darauf ausgelegt, dass nicht jede am Präsenzspiel teilnehmende Person daran Interesse hat, am Handelsspiel teilzunehmen. Diese Personen werden im Codex als anonyme SCs repräsentiert und den Domänen der im Spiel vertretenen Fraktionen und Gruppierungen zugeteilt. Sollte sich später eine Person dazu entscheiden, doch am Codex teilnehmen zu wollen, so erhält sie eine eigene Domäne und damit Entscheidungsgewalt über ihren Charaker, der dann auch nicht mehr anonym agiert.

KSC-Faktor

KSCs sind die arbeitende Bevölkerung einer Domäne. Sie produzieren Waren, arbeiten in Gebäuden, stellen Besatzung für Schiffe und dienen im Militär. KSCs sind alle SCs und NSCs einer Domäne zusammen. Der KSC-Faktor repräsentiert das Verhältnis zwischen SCs und NSCs in einer Domäne. Er legt damit die Größe der bespielten Gesellschaft fest. Ein niedriger KSC-Faktor legt den Fokus auf die SCs. Sie treffen Entscheidungen und müssen selbst agieren, um deren Umsetzung zu gewährleisten. Ein höherer KSC-Faktor legt den Fokus dagegen auf die NSCs. Sie sind dann die ausführende Kraft, welche anhand der Entscheidungen der SCs handeln. Praktisch wird durch den KSC-Faktor also die Arbeitskraft eines SCs mit dem Faktor multipliziert.

Der Codex definiert drei verschiedene Faktoren: SC-fokussiert: 1:1, gemischt: 1:12 und KSC-fokussiert: 1:50.

  • SC-fokussiert: Geeignet für Spielkonzepte, die den Fokus auf Individuen und deren tägliches Leben setzen. Es gibt praktisch keine NSCs, welche die Arbeit übernehmen. Jeder SC muss anpacken, um die Gesellschaft am Laufen zu halten. Bespielt werden könnte z.B. eine kleine Siedlung, eine Expedition oder eine Gruppe von Schiffbrüchigen.
  • gemischt: Geeignet für Konzepte, die den Fokus auf SCs und deren direktes Umfeld setzen. Jedem SC stehen 11 NSCs zur Seite, die zusammen an einem Strang ziehen. Bespielt werden könnte z.B. eine Region mit kleineren Siedlungen, Stämme oder ein Stadtstaat.
  • KSC-fokussiert: Geeignet für Konzepte, die den Fokus auf KSCs setzen. SCs agieren in erster Linie als Entscheidungsträger, z.B. als gewählte Vertreter einer Stadt oder als Adelige. Das Volk wird durch NSCs repräsentiert, welche die eigentliche Arbeit tätigen. Bespielt werden könnte z.B. ein Flächenstaat mit Städten oder Grafschaften.

Der KSC-Faktor wirkt sich auf nahezu alle Spielelemente des Codex aus. Ein höherer KSC-Faktor sorgt z.B. für höhere Produktionskapazitäten, Steueraufkommen, Warenbedürfnisse oder Baukosten. Der Codex ist so ausgelegt, dass alle KSC-Faktoren sinnvoll bespielbar sind. Die Wahl sollte einzig vom eigenen Spielkonzept abhängen.

SCs und NSCs leben in den Domänen von Landfraktionen und deren Landgruppierungen. Andere Fraktionen und Gruppierungen besitzen keine eigene Bevölkerung. Da ein Akteur aber frei über seine KSCs verfügen kann, kann er diese auch für Aufgaben in anderen Domänen einsetzen. Dabei ist es unerheblich, ob er diese verwaltet oder nicht. KSCs können verliehen, vermietet oder vom eigenen Lehensherr eingefordert werden.

Eine Landfraktion kann ihren KSC-Faktor selbst bestimmen. Landgruppierungen und SCs müssen ihre KSC-Faktoren in Absprache mit der eigenen Spielleitung wählen.