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Bedarfs-Modul

Aus CodexMercatori
Version vom 24. Mai 2026, 16:48 Uhr von Nikolai (Diskussion | Beiträge) (Public Version)
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Das Bedarfs-Modul erweitert das Bevölkerungs-Modul um eine Bedarfssimulation für KSCs sowie die Hintergrundbevölkerung. Damit schafft es neue Pflichten bei der Versorgung der eigenen Arbeitskraft und eröffnet einen Absatzmarkt für Waren, die nicht sinnvoll eingesetzt oder an andere Akteure veräußert werden können.

Spielelemente

Das Bedarfs-Modul definiert zwei neue Spielelemente: Den KSC-Bedarf und die Hintergrund-Ökonomie.

  • Der KSC-Bedarf stellt die Menge an Waren dar, die ein KSC im Jahr benötigt um produktiv zu sein. Ist der KSC-Bedarf nicht gedeckt, so hat der verwaltende Akteur keinen Zugriff auf dessen Arbeitskraft.
  • Die Hintergrund-Ökonomie bezeichnet die im Hintergrund ablaufende Bedarfssimulation der Domäne. Die Hintergrundbevölkerung hat hierbei ein Budget in Handelsgulden und einen Bedarf an Waren, welche am Markt an sie verkauft werden können.

KSC-Bedarf

Ein Akteur verfügt über eine Arbeitskraft an KSCs, die kostenlos für ihn arbeiten. Im Gegenzug ist er für deren Versorgung mit Nahrung und Heizmaterial zuständig. Im Basis-Modul ist dies über eine reduzierte Arbeitskraft abgebildet. Ein Teil der KSCs arbeitet hierbei im Hintergrund an der Beschaffung der notwendigen Waren. Mit dem Bedarfs-Modul verschiebt sich die Zuständigkeit auf die Spielenden selbst. Regeltechnisch bedeutet das, dass dem Akteur zusätzliche KSCs zur Verfügung stehen, er jedoch eine bestimmte Zahl an Warenmarken einsetzen muss, damit seine KSCs arbeiten.

Der Grundbedarf eines KSC sind 3 WM 🥉 Nahrungsmittel pro 🟧 sowie 3 WM 🥉 Brennmaterial für den Winterspielzug. Diese Waren müssen vollständig zu Beginn eines großen Spielzugs oder anteilig zu Beginn eines kleinen oder mittleren Spielzugs zur Verfügung stehen, damit der KSC einsatzbereit ist. Fehlen diese Waren, so ist der KSC damit beschäftigt, sich selbst zu versorgen und steht dem Akteur nicht zur Verfügung.

Vielfältige und hochwertige Nahrung gibt einen Bonus auf die Versorgung der KSCs. Das heißt, dass weniger Waren verbraucht werden, um den gleichen Bedarf zu decken. Die folgende Tabelle gibt Aufschluss über den Verbrauch pro SC bei 1 oder 2 Arten von Nahrung. Es wird dabei zwischen Waren der Stufe 1 und Stufe 2 unterschieden.

Nahrungsbedarf pro SC
SC-fokussiert (1 KSC) gemischt (12 KSC) KSC-fokussiert (50 KSC)
🔶 🥉: 0,24 WM
🥉🥉: 0,2 WM
🥈: 0,1 WM
🥈🥈: 0,08 WM
🥉: 3 WM
🥉🥉: 2,4 WM
🥈: 1,2 WM
🥈🥈: 0,96 WM
🥉: 12,5 WM
🥉🥉: 10 WM
🥈: 5 WM
🥈🥈: 4 WM
🟠 🥉: 1 WM
🥉🥉: 0,8 WM
🥈: 0,4 WM
🥈🥈: 0,32 WM
🥉: 12 WM
🥉🥉: 9,6 WM
🥈: 4,8 WM
🥈🥈: 3,84 WM
🥉: 1 HM
🥉🥉: 40 WM
🥈: 20 WM
🥈🥈: 16 WM
🟧 🥉: 3 WM
🥉🥉: 2,4 WM
🥈: 1,2 WM
🥈🥈: 0,96 WM
🥉: 36 WM
🥉🥉: 28,8 WM
🥈: 14,4 WM
🥈🥈: 11,52 WM
🥉: 3 HM
🥉🥉: 2 HM, 20 WM
🥈: 1 HM, 10 WM
🥈🥈: 48 WM
WM: Wertmarke, HM: Handelsmarke
🥉: Eine Art von Nahrung, 🥉🥉: Zwei Arten von Nahrung

Mit der Wahl des Bedarf-Moduls wird die für Nahrung und Brennmaterial abgezogene Arbeitskraft aus dem Basis-Modul von ihren Aufgaben befreit und steht dem verwaltenden Akteur damit wieder zur Verfügung. Dies sind pro SC in Abhängigkeit des KSC-Faktors:

  • SC-fokussiert: -
  • gemischt: 5
  • KSC-fokussiert: 20

Mit der Wahl des Siedlungs-Moduls stehen einem Akteur alle eigenen KSCs frei zu Verfügung. Bis dahin ist ein Teil zwar für bestimmte Aufgaben reserviert, sie müssen jedoch trotzdem versorgt werden. Fehlt es an Nahrung oder Feuerholz, so werden zuerst die frei zuteilbaren KSCs deaktiviert. Erst danach sind auch die reservierten KSCs vom Versorgungsmangel betroffen. Sollte eine solche Notlage eintreten, so sollte schnellstmöglich Hilfe von außerhalb gesucht werden.

Hintergrund-Ökonomie

Die Hintergrund-Ökonomie simuliert den Bedarf der Hintergrundbevölkerung einer Domäne. Der Bevölkerung steht hierfür ein Budget in Form des Marktvolumens zur Verfügung. Innerhalb der Grenzen von Budget und Bedarf wird die Bevölkerung alle Waren kaufen, die ihr zur Verfügung gestellt werden. Dies hat verschiedene Vorteile, wie z.B. erhöhtes Wachstum und natürlich Einkommen durch Verkauf und Marktsteuern.

Marktvolumen

Wie im Bevölkerungs-Modul beschrieben, verfügt die Hintergrundbevölkerung über eine Wertschöpfung, welche anhand der vertretenen Gesellschaftsschichten berechnet wird. Die Bevölkerung ist bereit, einen großen Teil dieser Wertschöpfung am Markt einzusetzen, um Waren zu kaufen und damit die eigenen Konsumbedürfnisse zu stillen. Der Betrag des verfügbaren Vermögens wird als Marktvolumen bezeichnet. Er beträgt 75% der Gesamtwertschöpfung der Bevölkerung.

Gesamtbedarf

Der Bedarf der Hintergrundbevölkerung ist abhängig von der jeweils vertretenen Gesellschaftsschicht. Dabei wird zwischen sechs verschiedenen Bedarfsarten unterschieden, die sich nach dem Nutzen von Waren richten. Der Bedarf einer Person wird in Wertmarken pro großem Spielzug 🟧 angegeben. Hier wird zwischen Qualitätsstufen unterschieden. Mitglieder höherer Gesellschaftsschichten fordern auch Waren höherer Qualität.

Bedarf pro Bedarfskategorie
Qualitätsstufe Bauern Handwerker Wohlhabende Reiche Elite
🥉 3,0 1,5 1,0 0,0 0,0
🥈 0,0 1,5 2,0 2,0 1,0
🥇 0,0 0,0 0,0 1,0 2,0

Der Gesamtbedarf ist also die Summe der so bestimmten Warenmarken über alle Personen und Gesellschaftsschichten hinweg. Er wird pro 🟧 bestimmt und kann bis zu dessen Ablauf erfüllt werden. Mit Beginn des nächsten 🟧 wird der Bedarf wieder aufgefrischt und der vorher getätigte Absatz verfällt.

Die Tabelle gibt die gewünschte Qualitätsstufe der Bevölkerung für alle Nutzen an. Im Notfall sind die unteren Bevölkerungsschichten aber auch bereit, Waren einer höheren Qualitätsstufe zu kaufen. Dies ist teilweise sogar notwendig, weil manche Arten von Waren gar nicht in niedrigerer Qualität existieren. Das heißt, ein Akteur kann auch immer Waren einer höheren Stufe verkaufen und damit einen höheren Gewinn erzielen. Im Gegenzug kann dies jedoch leicht dazu führen, dass sich das Marktvolumen der Bevölkerung erschöpft obwohl noch Teile des Bedarfs ungedeckt sind.

Marktbedarf

Der Bedarf der Bevölkerung muss nicht vollständig von Akteuren erfüllt werden. Die Domäne ist durchaus im Stande, sich zu einem gewissen Grad selbst mit Waren zu versorgen. Entsprechend wird die Bevölkerung unter normalen Umständen weder Hunger leiden noch rebellieren, falls sie keine Waren über den Markt kaufen kann. Der Marktbedarf ist also der Gesamtbedarf einer Domäne abzüglich der Eigenversorgung. Diese wiederum ist abhängig vom Domänenfokus. Die folgende Tabelle zeigt den jeweils zugehörigen Grad der Eigenversorgung.

Eigenversorgung nach Domänenfokus
Fokus Nahrungsmittel Würzmittel Brennstoffe Gebrauchsgüter Luxusgüter Baumaterial Durchschnitt
Ausgeglichen 50% 25% 50% 50% 25% 50% 41%
Agrarwirtschaft 80% 50% 40% 30% 25% 25% 41%
Forstwirtschaft 30% 20% 70% 40% 20% 70% 41%
Montanwirtschaft 30% 20% 50% 60% 30% 60% 41%
Maritimwirtschaft 55% 40% 25% 40% 50% 30% 41%
Plantagenwirtschaft 50% 60% 30% 25% 60% 25% 41%
Handwerk 25% 20% 25% 65% 50% 65% 41%
Militär 25% 40% 25% 40% 40% 30% 33%
Bildung und Kunst 25% 25% 40% 30% 40% 40% 33%
Handel 25% 25% 40% 40% 30% 40% 33%

Marktsteuer

Der Akteur, der den Markt verwaltet, kann eine Marktsteuer erheben. Diese Steuer wird auf alle Verkäufe am Markt fällig. Dies gilt sowohl für die Eigenversorgung, die einen Handel im Hintergrund zwischen Mitgliedern der Hintergrundbevölkerung darstellt, als auch auf Verkäufe von Akteuren am Markt. Die Marktsteuer erhöht das Einkommen des besitzenden Akteurs, verringert aber zugleich das Marktvolumen der Hintergrundbevölkerung. Dies kann dazu führen, dass die Bevölkerung den eigenen Bedarf nur noch teilweise befriedigen kann. Die Marktsteuer sollte maximal 25% betragen.

Erfüllter Bedarf

Ist der Bedarf der Hintergrund-Bevölkerung erfüllt, so hat das mehrere Vorteile. Eine zufriedene Domäne zieht weitere Menschen an und ermutigt die Bevölkerung, sich fortzupflanzen. Entsprechend sorgt die Deckung des Bedarfs für eine höhere Gesamtbevölkerung. Die Deckung des Bedarfs wird zu Beginn eines großen Spielzugs 🟧 bestimmt. Ist zu diesem Zeitpunkt der Bedarf über alle sechs Bedarfskategorien hinweg zu mindestens 60% erfüllt, so erhöht sich der Wachstumsfaktor der Domäne um 0,01. Ist der Bedarf über alle Kategorien zu mindestens 80% erfüllt, so erhöht sich der Wachstumsfaktor noch einmal um 0,01. Damit kann der Wachstumsfaktor innerhalb eines Jahres um maximal 0,04 Punkte erhöht werden. Die Erhöhung ist unabhängig von der Bestimmung des Faktors im Bevölkerungs-Modul. Sie kann damit sowohl positives Wachstum verstärken als auch negatives Wachstum abschwächen.

Aktion: Hintergrundverkauf

  • Zug-ungebundene Aktion (🔶)

Ein Akteur kann Warenmarken am Markt einer Domäne verkaufen, um Geld zu verdienen und den Bedarf der Bevölkerung zu erfüllen. Hierfür muss ein Marktplatz, entweder erzählerisch oder entsprechend den Regeln des Bau-Moduls, existieren. Außerdem müssen die zu verkaufenden Waren vor Ort verfügbar sein. Der Verkauf erfolgt dann wie folgt:

  1. Der verkaufende Akteur bestimmt die Ware, die verkauft werden soll. Hat eine Ware mehrere Nutzen, so muss zusätzlich entschieden werden, für welche Bedarfskategorie die Ware eingesetzt werden soll.
  2. Die aktuelle Bedarfsdeckung für die gewählte Bedarfskategorie wird bestimmt. Waren können nur innerhalb des Bedarfs verkauft werden.
  3. Der Verkaufspreis wird anhand der Bedarfsdeckung bestimmt: Bei einer Deckung von unter 50% beträgt der Verkaufspreis den Nominalwert der Ware + 20%. Bei einer Deckung von unter 75% beträgt er den Nominalwert + 15%. Bei einer höheren Abdeckung beträgt er nur noch den Nominalwert + 10%.
  4. Auf den Verkaufspreis wird die Marktsteuer angerechnet. Dies ergibt den Endpreis, den die Bevölkerung für die Waren bezahlen muss.
  5. Es wird überprüft, ob der Endpreis durch das Marktvolumen abgedeckt ist. Ist dies der Fall, so wird der Endpreis vom Marktvolumen abgezogen. Der Akteur erhält den Verkaufspreis und der verwaltende Akteur des Marktes erhält die Marktsteuer.
  6. Die Bedarfsdeckung wird anhand der verkauften Waren erhöht. Diese werden dem verkaufenden Akteur abgezogen und die Warenmarken zerstört.

Auch externe Akteure können an einer fremden Domäne Waren verkaufen, wenn der verwaltende Akteur dies zulässt. Hierfür muss der externe Akteur sicherstellen, dass die Waren vor Ort verfügbar sind (z.B. durch Errichtung eines Kontors) und dass er ein Konto innerhalb der Domäne der Fraktion besitzt, auf welches das Geld transferiert werden soll. Näheres dazu ist im Transport-Modul beschrieben.

Dokumentation

Die Aktion wird wie folgt dokumentiert:

  • [Spielzug], Hintergrundverkauf: [Ware] wird in [Domäne] mit Nutzen [Nutzen] verkauft.

Beispiele:

  • 🔶 2026/5/2, Hintergrundverkauf: 10/50 HM 🥇 Haselnussschnaps wird in MB-BER mit Nutzen Luxuswaren verkauft.
  • K 2026/11/1, Hintergrundverkauf: GRL-MS1-T0023 wird in Grüningen mit Nutzen Nahrungsmittel verkauft.